Die Zahlen sind eindeutig: Laut IGES Institut werden bis 2040 rund 12.000 Hausarztstellen in Deutschland unbesetzt bleiben. Bereits heute fehlen über 5.000 Hausärztinnen und Hausärzte – und ein Fünftel aller deutschen Landkreise wird bis 2040 hausärztlich unterversorgt sein. Besonders hart trifft es ländliche Regionen wie den Hochsauerlandkreis, Minden-Lübbecke oder Paderborn, wo die Prognosen für Stellenbesetzungen um fast die Hälfte einbrechen.
Die Politik reagiert – mit einem Gesetz, das die Primärversorgung in Deutschland grundlegend neu ordnen soll. Für VERAH®, EVA, MFA und NÄPA bedeutet das: Sie werden gebraucht – mehr denn je, und mit erweiterter Verantwortung.
Was die Gesetzgebung 2026 verändert
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Sparmaßnahmen mit Nebenwirkungen
Am 10. Juli 2026 hat der Bundestag das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verabschiedet. Das Gesetz soll das Finanzdefizit der gesetzlichen Krankenversicherung eingrenzen und steigende Beitragssätze bremsen. Für Hausarztpraxen bedeutet das: Die ohnehin knappen Budgets werden nicht wachsen – bei gleichzeitig steigendem Versorgungsdruck. Effizientere Abläufe sind kein Komfort mehr, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit.
Das Primärversorgungsgesetz: Hausärzte im Zentrum – mit Team dahinter
Das Bundesgesundheitsministerium hat angekündigt, noch 2026 einen Gesetzentwurf für ein Primärarztsystem vorzulegen. Kern der Reform: Hausarztpraxen sollen als verbindlicher Anlaufpunkt für Patientinnen und Patienten fungieren und den Zugang zum Facharztsystem steuern. Sogenannte Primärversorgungspraxen sollen gestärkt, strukturell unterstützt und finanziell stabilisiert werden.
Was bedeutet das konkret? Mehr Patienten, mehr Koordinationsaufgaben, mehr Verantwortung – auf eine Arztschaft, die schrumpft. Ohne ein starkes Praxisteam ist dieses Modell nicht umsetzbar.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) wurde verpflichtet, seine Bedarfsplanungsrichtlinie bis Ende 2026 zu aktualisieren. Als unterversorgt gilt künftig ein Gebiet, in dem weniger als 90 Prozent der Hausarztsitze besetzt sind. Das verschärft den offiziellen Handlungsdruck und dürfte weitere Fördermaßnahmen nach sich ziehen.
Delegation als politischer Schlüssel
Die Reformdebatte zeigt einen klaren Trend: Der stärkere Einbezug nichtärztlicher Fachkräfte wird als zentraler Hebel angesehen, um die Versorgungslücke zu schließen. Laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung könnte eine konsequente Delegation an qualifiziertes Personal die Versorgungslücke um bis zu 2,1 Millionen Fälle jährlich verringern.
In einer aktuellen Bundestagsanhörung zum Thema Primärversorgung brachte der vdek (Verband der Ersatzkassen) Physician Assistants und qualifizierte MFA explizit als Lösungsansatz ins Spiel – und betonte: „Ohne Unterstützung von nichtärztlichen Berufsgruppen werden wir die flächendeckende ärztliche Versorgung in strukturschwachen Regionen nicht sicherstellen können."
VERAH® und EVA: Zahlen, die für sich sprechen
Rund 15.000 qualifizierte VERAH® sind aktuell in Deutschland tätig. 61 Prozent von ihnen versorgen HZV-Patienten eigenverantwortlich, 65 Prozent aller HZV-Praxen beschäftigen mindestens eine VERAH®. In Baden-Württemberg, dem Bundesland mit der dichtesten Hausarztzentrierten Versorgung (HZV), nehmen 72 Prozent aller Hausarztpraxen an diesem Modell teil.
Diese Zahlen belegen: VERAH® und EVA sind kein Nice-to-have. Sie sind das Rückgrat der modernen Hausarztpraxis – und werden es in Zeiten des Ärztemangels noch stärker sein.
Was VERAH® und EVA im Außendienst heute bereits leisten:
- Selbstständige Hausbesuche bei chronisch kranken, multimorbiden und geriatrischen Patientinnen und Patienten
- Durchführung geriatrischer Assessments (Barthel-Index, MMST, TUG-Test)
- Wundversorgung und Dokumentation
- Medikamentenpläne prüfen und Angehörige schulen
- Case Management und Koordination von Folgeversorgung
- Vitalparameter erfassen und an den behandelnden Arzt übergeben
Das sind keine Hilfstätigkeiten – das ist Primärversorgung.
Die Herausforderung: Wachsende Aufgaben, analoge Werkzeuge
So klar die politische Richtung ist – in der Praxis fehlt es oft an den Mitteln, um das Potenzial von VERAH® und EVA voll zu entfalten. Typische Engpässe:
- Dokumentation auf Papier, die später in der Praxis nachbereitet werden muss – doppelte Arbeit, Fehlerquelle
- Fehlende Patienteninformationen beim Hausbesuch: Vorerkrankungen, aktuelle Medikation, letzte Assessment-Ergebnisse
- Kommunikationsbrüche zwischen Außendienst und Praxis: wichtige Beobachtungen gehen verloren oder kommen zu spät beim Arzt an
- Unstrukturierte Tourenplanung, die unnötige Fahrtwege produziert
Wenn qualifiziertes Personal administrative Reibung trägt, fehlt diese Zeit beim Patienten.
Wie MARA Assist VERAH® und EVA in dieser neuen Rolle stärkt
MARA Assist wurde genau für dieses Umfeld entwickelt: eine mobile App für strukturierte Hausbesuche, Dokumentation und Patientenmanagement – DSGVO-konform, entwickelt mit echten Praxisteams.
Was MARA Assist heute bietet:
- Patientenübersicht mobil: Alle relevanten Informationen zu Vorerkrankungen, letzten Assessments und offenen Aufgaben – auf einen Blick, vor Ort abrufbar
- Digitale Assessments: Barthel-Index, MMST und weitere Formulare werden geführt durchgeführt, die Ergebnisse strukturiert dokumentiert und sicher an den Arzt zur fachlichen Auswertung übergeben
- Strukturierte Dokumentation: Direkte Erfassung von Vitalparametern, Wundbeschreibungen und Beobachtungen – ohne Doppelarbeit in der Praxis
- Tourenplanung mit Navigation: Navigation direkt aus der Hausbesuchsansicht starten – keine manuelle Adresseingabe, weniger Fahrzeit
- Wundfotografie verschlüsselt: Fotos direkt in der App aufnehmen und sicher ans Praxisteam übermitteln – ohne Consumer-Messenger
- Verschlüsselte Datenspeicherung: AES-GCM-256, Serverstandort Deutschland, DSGVO-konform von Grund auf
Roadmap: Frühjahr 2027 Eine priorisierte Patientenansicht mit Wiedervorlagen, offenen Maßnahmen und In-App-Kommunikation direkt zwischen VERAH®/EVA und Praxisteam ist für das Frühjahr 2027 geplant – inklusive automatischer PVS-Synchronisation.
Ländliche Praxis, digitale Realität
Gerade in unterversorgten Regionen ist jede eingesparte Minute beim Hausbesuch eine gewonnene Minute für den nächsten Patienten. Digitale Unterstützung ist hier kein Luxus – sie ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass das Primärversorgungsmodell der Zukunft funktioniert.
Das Primärversorgungsgesetz stärkt Hausarztpraxen strukturell. Die GKV-Reform erzwingt Effizienz. Und der Fachkräftemangel macht VERAH® und EVA zur tragenden Säule der Versorgung. Was fehlt, ist die digitale Infrastruktur, die ihrer Rolle gerecht wird.
Fazit: Der politische Moment für VERAH® und EVA
Deutschland steht an einem Wendepunkt in der Primärversorgung. Die Gesetzgebung zeigt klar: Qualifizierte nichtärztliche Fachkräfte – VERAH®, EVA, MFA, NÄPA – werden zur zentralen Antwort auf den Ärztemangel. Nicht als Lückenbüßer, sondern als eigenständige Versorgerinnen und Versorger mit klarem Aufgabenprofil und wachsender Systemrelevanz.
Praxen, die diese Entwicklung ernst nehmen und ihr Team mit den richtigen digitalen Werkzeugen ausstatten, sind für das Primärversorgungssystem der Zukunft gerüstet – und für die Patientinnen und Patienten, die sie brauchen.
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Hinweis: Dieser Artikel spiegelt den gesundheitspolitischen Stand von Juli 2026 wider. Gesetzgebungsverfahren können sich ändern. Verweise auf laufende Gesetzgebung (Primärversorgungsgesetz) beziehen sich auf den aktuellen Planungsstand des BMG.